Leseprobe

 

          Spiritualität & Lebensführung

          Lebenskrisen verstehen, meistern und vermeiden

 

          von Thomas Schiffer

 

 

Vorwort

 

Das Buch ist mehr als eine oberflächliche Abhandlung über etwas, das eine tiefer gehende Erkundung verdient. Es unterstützt Sie dabei, Klarheit in das Heute, in das ‚Hier und Jetzt‘ Ihres Lebens zu bringen. Es ermöglicht Ihnen, sich in ehrlicher, offener und bewusster Weise auf eine veränderte Art neu kennenzulernen und zu erfahren, wie Sie es vielleicht noch nie zuvor in Ihrem Leben getan haben. Sie bekommen ein besseres Verständnis von sich selbst und dem Warum von Geschehnissen in Ihrem Leben und über das Leben an sich. Sie werden sich selbst in einem neuen, erweiterten Bewusstsein betrachten und Ihr Leben in einer Art und Weise zum Ausdruck bringen können, die Ihnen Ihre Lebensfreude wieder zurückgibt.

Sie werden auch in der Lage sein, den Umgang mit Krisen so zu verändern, dass Sie dabei dennoch Ihren inneren Frieden bewahren können.

 

 

Einführung

 

Viele Menschen - und es werden immer mehr -, erfahren im Laufe ihres Lebens mindestens eine Lebenskrise. Das ist Grund genug, sich mit dieser Thematik intensiv auseinanderzusetzen. Darum geht es in diesem Buch.

Sollten Sie sich gegenwärtig in einer Lebenskrise befinden und vorhaben, sie einfach nur durchzustehen und abzuwarten, bis sich alles wieder beruhigt, dann werden Sie überrascht sein. Da wird sich nichts beruhigen, sondern die Krise wird an Heftigkeit zunehmen, denn eine Krise möchte Ihnen etwas sagen, das gehört werden will...

 

Die Kernfragen, mit denen wir uns intensiv beschäftigen werden, lauten: Was geht in unserem Leben wirklich vor sich? Warum erfahren wir Krisen in unseren unterschiedlichen Lebens- und Beziehungsbereichen? Worin liegt ihr Sinn und Zweck? Woran können wir eine sich entwickelnde Lebenskrise frühzeitig erkennen? Wie können wir sie meistern, dabei unseren inneren Frieden bewahren und sogar gestärkt daraus hervorgehen? Was können wir tun, Lebenskrisen künftig möglichst zu vermeiden?

 

Zunächst müssen wir die Natur der menschlichen Existenz verstehen. Wir können kein tieferes Verständnis über unser Leben und die Ursachen unserer Lebenskrisen erreichen, wenn wir nicht begreifen, welche Rolle die drei Komponenten unserer menschlichen Existenz – Körper, Geist und Seele – für das Leben, das wir führen, spielen. Es ist wichtig zu verstehen, welche Bedeutung, Aufgabe und Funktionsweise jedem einzelnen Bestandteil zukommt, weil wir mit Hilfe aller drei Aspekte unser Leben gestalten und zum Ausdruck bringen. Da Körper, Geist und Seele aber nicht getrennt voneinander existieren, werden wir auch die wechselseitigen Verbindungen und deren Auswirkungen auf das Leben, das wir führen, näher beleuchten.

Im Anschluss daran werden wir einen Schritt weiter gehen und uns gezielt mit unseren unterschiedlichen Lebensbereichen beschäftigen. Wir gehen der Frage nach, warum sich eine Lebenskrise im zwischenmenschlichen Beziehungsbereich oder im Arbeitsbereich entwickeln kann, wie sie sich äußert und was wir tun können, um sie zu meistern oder erst gar nicht entstehen zu lassen...

 

 

Kapitel 1

Zum Begriff der Spiritualität

Was bedeutet Spiritualität?

Spiritualität ist das sich Erinnern und Gewahrwerden, das bewusste Wahrnehmen und Erfahren der seelischen Dimension in uns. Es geht darum, sich immer wieder nach innen zu wenden, immer wieder das Tor in seinem Innersten zu öffnen und sich so mit der eigenen Seele zu verbinden. Dadurch sind wir in der Lage, Informationen und Botschaften wahrzunehmen, die aus der Seelenebene stammen, und für die Gestaltung des Lebens zu nutzen...

 

Welche Bedeutung aber haben Körper und Geist im Zusammenhang mit gelebter Spiritualität, denn wir Menschen sind ja ein dreiteiliges und nicht nur ein einteiliges
Wesen?
Der Geist, den wir haben, ist ein mächtiges Instrument. Er ist der Bauherr der persönlichen Realität. Durch unsere Gedanken und den daraus hervorgehenden Emotionen, unsere Worte, die wir sprechen, und unsere Handlungen, die wir vornehmen, gestalten wir die individuelle Realität...


Der Körper ist das Instrument, mit dessen Hilfe es möglich ist, die von uns erschaffene Realität ausagieren zu können. Seine Bedeutung geht aber, wie wir an späterer
Stelle noch ausführlich besprechen werden, weit darüber hinaus...

 

Spiritualität bedeutet nicht, sich ausschließlich auf die seelische Dimension in uns zu fokussieren und die anderen Aspekte unserer menschlichen Natur, Geist und Körper, stiefmütterlich zu behandeln, abzutun oder gar zu verleugnen. Es geht nicht darum, dass wir uns über unsere eigene Natur erheben, sondern darum, sie auf eine tiefgehende Weise zu begreifen, um uns selbst und unser Leben besser zu verstehen. Solange wir in
der physischen Existenz verweilen, bilden Seele, Körper und Geist eine Einheit und jeder einzelne Aspekt hat seine spezifischen Aufgaben und Funktionen und seine eigene Bedeutung.
Wenn wir die geistigen und körperlichen Aspekte des menschlichen Seins vernachlässigen, nicht beachten oder abspalten und uns deren tiefen Bedeutung nicht
bewusst sind, können wir kein glückliches Leben führen. Dann hören wir auf, fröhliche, erfüllte, zufriedene und natürliche Wesen zu sein und entfernen uns überdies von jeder wahren Spiritualität.

 

Spiritualität bezieht sich auf die Wiederentdeckung und die Integration der seelischen Komponente in unser Leben. Es geht um Integration und nicht darum, die geistige oder körperliche Dimension auf irgendeine Art zu ersetzen. Es geht um die Vervollständigung und unseren vollständigen Ausdruck als physisches Wesen im gegenwärtigen Leben. Und dazu gehören Körper, Geist und Seele...

 

Alle drei Aspekte sind für die menschliche Existenz im Allgemeinen und für ein stimmiges, funktionierendes Leben im Besonderen von elementarer Bedeutung. Für alle drei Aspekte existiert eine natürliche Aufgaben- und Rollenverteilung. Und im Rahmen dieser natürlichen Ordnung nimmt jeder Aspekt seinen ihm zugedachten Platz ein und strebt nach Erfüllung, wenn wir es denn zulassen.

Der Keim künftiger Lebenskrisen wird bereits dadurch gelegt, dass ein Mensch einen oder zwei seiner drei Aspekte für das Leben, das er führt und gestaltet überbetont...

 

 

Kapitel 2

Der Mensch im Kontext der höheren Wirklichkeit

Wenn man über Spiritualität spricht, dann ist es wichtig zu wissen und zu verstehen, was sich hinter den Begriffen wie Seele, tieferes Selbst, Gott und so weiter verbirgt und welche Verbindungen zwischen ihnen bestehen. Darüber hinaus ist es von großer Bedeutung
zu erkennen, warum wir Menschen uns als physische Wesen inkarniert haben, wo wir alle doch im Nicht-Physischen unsere Heimat haben.

Die Fragen, um die es geht, lauten: Warum existieren wir Menschen überhaupt und warum haben wir uns alle für ein Leben in einer physischen Welt entschieden? Und wie ist unsere Existenz in den Kontext einer über das bloße Menschsein hinausgehenden Wirklichkeit eingebettet?...

 

Die Seele als Teil des tieferen Selbst

Das tiefere Selbst ist das wer und was wir wirklich sind. Es ist Bewusstsein, das sich seiner selbst bewusst und weder männlich noch weiblich ist. Das tiefere Selbst setzt sich aus vielen Aspekten zusammen. Dabei handelt es sich um einzelne Bewusstseinsanteile, die wir als Seele bezeichnen.

Jeder Aspekt beinhaltet zugleich auch das Ganze. Jede Seele verfügt über das vollständige Wissen des Selbst...

 

Jeder Mensch hat eine Seele. Sie ist die ihrer selbst bewusste Teil des bewussten tieferen Selbst, das wir sind. Wir sind nicht unsere Seele, sondern wir haben eine Seele, so wie wir einen Geist und einen Körper haben, was wir beides ebenfalls nicht sind.
Die Seele ist der Aspekt von uns, der nicht greifbar ist. Das macht es für viele Menschen schwer, daran zu glauben, dass sie eine Seele haben. Aber formlose, nicht begrenzte, sondern grenzenlose Bewusstheit, lässt sich nicht greifen. Wir können uns ihrer aber gewahr werden und sie spüren und erkennen, dass sie nicht außerhalb von uns steht, sondern in uns existiert.

 

Die Seele, die wir haben, ist das Verbindungsglied zwischen dem, wer und was wir wirklich sind und unserem Menschsein hier auf Erden. Um sich als physisches Wesen erfahren zu können, inkarniert die Seele in den physischen Körper. Alles Leben ist beseelt, ist Bewusstsein.
Das Leben zwischen Geburt und Tod bildet den Rahmen, in dem die Seele hier und jetzt ihren fleischlichen Ausdruck findet. Und das, was wir unter Tod verstehen, ist nichts anderes, als dass unsere Seele den physischen Körper verlässt, um dann auf anderen
Ebenen weiter zu existieren. Somit ist der Tod nicht das Gegenteil von Leben, sondern der Tod ist das Gegenteil von Geburt. Das Leben an sich existiert ewig...

 

Unser tieferes Selbst, das wir sind, bringt sich gleichzeitig durch mehrere Leben zum Ausdruck und erfährt sich dadurch mehr und mehr in seiner Essenz, in seinem Wissen um seine Göttlichkeit...

 

 

Die Quelle und das Erbe der Menschheit

Die Quelle ist das, was im Sprachgebrauch oft als Gott bezeichnet wird. Sie ist formloses pures Bewusstsein, weder männlich noch weiblich, das sich seiner selbst bewusst und höchst lebendig ist.


So wie die Seele ein Fragment des tieferen Selbst ist, so sind alle tieferen Selbst Fragmente des Einen, der Quelle. Sie sind göttliche Essenz, die als Teil das Ganze bein-halten. Weder die Seele noch das tiefere Selbst oder die Quelle sind in irgendeiner Form begrenzt oder abgegrenzt. Alles Bewusstsein ist unbeschränkt, kennt keine Grenzen oder Abgrenzungen.

 

Alles, was existiert, jede materielle oder immaterielle Form, ist aus dem Formlosen erschaffen und damit Teil der Quelle, denn die Quelle selbst, ist alles, was es gibt. Alles ist in dem einen enthalten. Und das Eine ist in allem enthalten. Es gibt nichts anderes. Nichts existiert außerhalb von ihr. Das ist die tiefere Wirklichkeit...

 

Die Quelle ist All-Das-Was-Ist-Und-Was-Nicht-Ist, die Form und das Formlose. All-Das-Was-Ist enthält die Gesamtheit des Reichs der materiellen und immateriellen Formen. Was-Nicht-Ist beinhaltet das Reich des Formlosen, das Reich des reinen Seins. Wir alle kommen aus dem Reich des Formlosen. Das ist unsere Heimat.

Reines Sein ist das, was wir in unserer Essenz tatsächlich sind. Die physische Welt, unsere Erde, ist der Ort, an dem wir unsere Essenz in lebendiger Form in menschlicher Gestalt zum Ausdruck bringen und erfahren...

 

Die Seele und das tiefere Selbst als Fragmente der Quelle verfügen über das absolute Wissen, denn die Quelle selbst ist das absolute Wissen. Alles, was je geschah, geschieht oder je geschehen kann, ist als Möglichkeit gewusst und somit existent. Keine menschliche Entdeckung oder Erfindung, kein menschlicher Schöpfungsakt, kein Erleben und Erfahren, kann sich außerhalb der Quelle ereignen. Alles ist in der Quelle schon als Potenzial enthalten.

Die menschliche Schöpfung besteht darin, das auf der Ebene des Wissens bereits Existente, in der physischen Welt materiell oder als Ereignis zu manifestieren und damit in unseren individuellen oder kollektiven Erfahrungsbereich zu ziehen...

 

 

Kapitel 3

Das Hier und Jetzt – Die innere Anbindung

Das Hier und Jetzt

Das Hier und Jetzt, also der jetzige Moment, ist der einzige Augenblick, den es wirklich gibt. Durch einfache Übungen, die nicht länger als ein paar Sekunden benötigen, ist es möglich, sich in das Hier und Jetzt zu holen...

 

Die innere Anbindung
...

Die innere Anbindung dagegen ist das bewusste nach innen Wenden, hin zu den Tiefen Ihrer selbst. Es ist ein bewusstes, absichtliches Tun. Um in den Zustand der
inneren Anbindung gelangen zu können, ist es notwendig, dass Sie sich aus dem Alltagsgeschehen, den mentalen und emotionalen Verwicklungen und Verstrickungen, herausnehmen...Indem Sie Ihre Bewusstseinsenergie nach innen wenden, entziehen Sie dem Verstand die Aufmerksamkeit und damit die Energie, die er benötigt, um immer weiter Gedanken zu produzieren...

 

Wenn Sie mit sich selbst auf einer tieferen Ebene in Kontakt treten, dann erfahren Sie Hilfe und Unterstützung für das Meistern Ihres Lebens, die von höchstem Wissen, höchster Weisheit und größter Intelligenz getragen ist. Sie vermittelt Ihnen Kenntnisse und Einsichten in umfassendere Zusammenhänge und höhere Wahrheiten, die Sie in die Lage versetzen, sich selbst in der nächsthöheren Version wieder neu zu erschaffen...

 

Die innere Anbindung ist ein sehr wirksames Instrument, wenn es um die grundlegende Ausrichtung Ihres Lebens geht, wenn Sie tiefgreifende Richtungsentscheidungen in Ihrem Leben treffen (müssen) und wenn es darum geht, Lebenskrisen zu meistern...



Kapitel 4

Die Macht persönlicher Glaubensüberzeugungen

...

Glaubensüberzeugungen sind innere Wahrheiten, etwas, wovon jeder Mensch zutiefst überzeugt ist. Sie beinhalten Vorstellungen über uns selbst, über das eigene Leben und das Leben an sich. Es handelt sich dabei um selbst erschaffene eigene Wahrheiten.

Bezogen auf den einzelnen Menschen gibt es keine objektiven, keine tatsächlichen Wahrheiten. Jede Wahrheit ist subjektiv, denn jeder Mensch hat seine persönlichen Glaubensüberzeugungen, die nur für ihn allein Gültigkeit besitzen...

 

Ein Mensch kann und wird nur diejenigen Ereignisse in sein Leben ziehen, die den tiefsten Glaubensüberzeugungen entsprechen. Ereignisse, die nicht den Glaubensüberzeugungen entsprechen, die außerhalb des Rahmens liegen, wird und kann der Betreffende nicht in seiner Realität erleben. Insofern wirken Glaubensüberzeugungen als Filter für Ereignisse, die die Realität eines Menschen bilden oder bilden können....

 

Das ist das Resonanzprinzip. Aus den inneren Wahrheiten resultieren Gedanken, aus denen bestimmte Emotionen hervorgehen, die uns entsprechende Worte formulieren und Handlungen vornehmen lassen. Diese Energien gehen zum einen in Resonanz zu Ereignissen, die wir in unser Leben ziehen (das ist die zeitliche Dimension in der Welt, in der wir uns bewegen). Zum anderen gestalten sie unsere materielle Dingwelt, die wir erleben (das ist die räumliche Dimension in der physischen Welt)...

 

Die Glaubensüberzeugungen sind es, die Ihre äußeren Ereignisse, Situationen, Umstände und Verhältnisse erschaffen. Diese sind als eine Art lebendigen feedbacks zu verstehen. Ihre Gedanken, Emotionen und innere Bilder, die aus Ihren Vorstellungen und Fantasien
hervorgehen, können als im Entstehen begriffene, äußere Ereignisse bezeichnet werden, denn auf die eine oder andere Weise materialisieren sie sich in der physischen Realität. Sie bekommen, worauf Sie sich konzentrieren...

 

 

Kapitel 5

Körper und Körperbewusstsein


In der physischen Welt hat der Körper eine wichtige Funktion. Er ermöglicht uns beabsichtigte Handlungen umzusetzen. Darüber hinaus verfügt der menschliche Körper über eine Vielzahl an Informationen, die im Verlauf dieses Kapitels näher betrachtet und erläutert werden...

 

Die Erschaffung des Körpers

 

Vor unserer Geburt werden - wie in Kapitel 2 beschrieben - nicht nur die Zustände und Umstände im Außen festgelegt, in die wir inkarnieren, sondern auch die körperliche und persönliche Wesenseigenart. Die Gene und Chromosomen haben nicht von ungefähr die genau definierten und codierten Informationen, die sie brauchen...

 

Alle vor unserer Geburt festgelegten Komponenten unserer körperlichen Realität sind fleischliche Versionen unserer seelischen Realität. Der menschliche Körper ist fleischgewordene Seele, welche Form auch immer sie annehmen mag. Sie existiert nicht getrennt davon. Diese Verbindung verleiht der körperlichen Erfahrung der Seele Unmittelbarkeit und Echtheit...

 

Auswirkungen von Bewusstseinsinhalten

 

Zu unseren Lebzeiten wird der körperliche Zustand durch die Bewusstseinsinhalte geformt und gesteuert. Die Form ist ein Spiegel der tiefsten Glaubensüberzeugungen und inneren Wahrheiten. Sie materialisiert die aus den Glaubensüberzeugungen hervorgehenden Gedanken, die Sie in Bezug auf sich selbst und die Natur der physischen Realität im Allgemeinen haben, auf fleischliche Weise, denn unsere Gedanken sind so natürlich wie unsere Körperzellen und ebenso wirklich. Sie stehen, miteinander in einer Wechselbeziehung...

 

Der Körper ist unser intimstes Feedbacksystem. Das ist eine der Hauptfunktionen des Körpers. Er wandelt sich mit unseren Bewusstseinsinhalten und Erfahrungen und liefert uns dazu das leibliche Gegenstück...

 

Bevor wir uns den Bestandteilen des Körpers, den Organen, Zellen, und der in den Zellen enthaltenen DNA zuwenden, möchte ich auf zwei Sachverhalte eingehen, die eine große Aktualität besitzen. Es sind dies die beiden Themen ‚Körper und Ernährung‘ und ‚Körper und Alterung‘...

 

 

Kapitel 6

Auswirkungen der inneren Anbindung


Wer sich in der inneren Anbindung befindet, ist zugleich in der Präsenz, im Hier und Jetzt. Nur in diesem Moment besteht die Möglichkeit, sich der tiefen Dimension in sich gewahr zu werden.

 

Die Auswirkungen sind vielfältiger Art und von enormer Bedeutung für das Leben eines Menschen. Sie beeinflussen und bereichern es nicht nur auf eine überaus inspirierende Art, sondern sind von praktischer Relevanz und großem Nutzen für die Bewältigung des  Alltagslebens und darüber hinaus für die Gestaltung des Lebens überhaupt.

 

Die folgenden Ausführungen dienen der Beschreibung der konkreten Auswirkungen, wie sie sich aus der inneren Anbindung ergeben können.

 

Innerer Friede, Kraft, Freude, Freiheit und Liebe

Informationen aus den Tiefen des Selbst

Bewusstseinserweiterung und die Sicht auf Geschehnisse

Verbundenheit mit allem - Empathie

Sein und Tun

Wissen und Erfahren

...

Erhöhen der Wahrnehmungsfähigkeit

...
Ausrichtung Mensch-Seele-Kosmos als Quelle höchster Kreativität

...
Realitätserschaffung aus dem reinen Gewahrsein

...
Erlösung als Weg zu innerem Frieden und Freiheit

Bewältigung persönlicher Lebenskrisen

...

 

 

Kapitel 7

Persönliche Lebenskrisen

 

Die bisherigen Kapitel dienten dazu, eine Vorstellung von der Natur der menschlichen Existenz und den Ursachen von Lebenskrisen zu bekommen. Es ist wichtig, zu verstehen, welche Rolle die einzelnen Komponenten unserer menschlichen Existenz – Körper, Geist und Seele – für das Leben, das wir führen, spielen. Wir haben uns deren Aufgaben und Funktionsweisen näher angeschaut und uns darüber hinaus mit der Frage beschäftigt: Welche Bedeutung und welchen Einfluss besitzt jeder Aspekt in Bezug auf die Gestaltung unseres Lebens, auf Entscheidungen, die wir für unser Leben treffen und auf Situationen und Ereignisse, die wir in unserem Leben erschaffen und erfahren?

Da Körper, Geist und Seele aber nicht getrennt voneinander existieren, wurden überdies die wechselseitigen Verbindungen untereinander und deren Auswirkungen auf die Erschaffung der persönlichen Realität einer näheren Betrachtung unterzogen.

 

In diesem Kapitel wenden wir uns wichtigen Lebens- und Beziehungsbereichen eines Menschen zu. Wir schauen uns an, warum sich in diesen Bereichen Krisen entwickeln, in welcher Form oder Ausprägung sie sich zeigen und was wir tun können, um sie zu meistern und künftig zu vermeiden.

 

Die Seelenkrise als Ursache einer Lebenskrise

 

Es gibt Phasen im Leben, in denen Menschen aus ihrem Inneren heraus das Gefühl haben, dass irgendetwas in ihrem Leben nicht oder nicht mehr passt. Irgendetwas fühlt sich ganz und gar nicht mehr stimmig an. Dieses diffuse, unbestimmte zum Teil auch aufwühlende und als unangenehm wahrgenommene Gefühl ist anfänglich oft nur sporadisch vorhanden, verstärkt sich aber im Laufe der Zeit und kommt in immer kürzeren

Zeitabständen zum Vorschein.

Das bloße Gefühl an sich ist ein Signal der Seele, das besagt, dass irgendetwas im eigenen Leben nicht mehr funktioniert und deshalb Veränderungen anstehen. Zugleich ist dieses Signal die Aufforderung, eine Innenschau vorzunehmen und sich mit der seelischen

Dimension in uns zu verbinden.

Nur, wenn wir diese Zeichen unserer Seele nicht erkennen oder ignorieren und uns nicht auf sie einlassen, erschaffen wir uns eine Seelenkrise...

 

Bei der Seelenkrise handelt es sich um ein weit verbreitetes gesamtgesellschaftliches Phänomen. Sie ist aber keine psychische Erkrankung wie es zum Beispiel bei einer Depression der Fall sein kann. Sie ähnelt eher dem, was wir im Allgemeinen unter Burnout verstehen, geht in ihren Ursachen aber deutlich tiefer.

Millionen von Menschen durchlaufen im Verlaufe ihres Lebens eine oder mehrere Seelenkrisen. Sie sind nicht auf bestimmte Personengruppen bezogen und unabhängig von Alter und Geschlecht. Es kann jeden Menschen ereilen, egal ob ManagerInnen, ArbeitnehmerInnen, Azubis, Schüler, Studierende, Hausfrauen, Mütter, Väter, Arbeitslose oder Rentner...

 

Der Weg in die Seelenkrise – Das Dilemma

...

Viele Menschen, die sich im Zustand einer Seelenkrise befinden, fühlen sich vom Schicksal benachteiligt. Sie verstehen nicht, warum gerade sie so etwas erfahren müssen. Während andere Menschen ihr Leben in Freude leben, leiden sie. Aber ich möchte betonen, dass nichts im Leben aus Willkür oder niederen Motiven heraus geschieht.

Sie sind dabei, sich selbst zu entdecken, sich daran zu erinnern, wer Sie wirklich sind und welchen Sinn und Zweck das Leben im Allgemeinen und Ihr eigenes Leben hat...

 

Eine Seelenkrise ist so etwas wie ein Zwischenstadium zwischen dem akuten Zustand und einer unbekannten Zukunft. Menschen wissen, wenn Altes, bisher Gelebtes, nicht mehr passt, nicht mehr funktioniert und sich nicht mehr stimmig anfühlt. Sie sagen sich: „Ich will

das nicht mehr, ich kann das nicht mehr, ich will einfach nicht nur noch funktionieren müssen während das Leben an mir vorbeizieht, weil ich keine Lebendigkeit mehr in mir spüre. Ich will mich nicht mehr verbiegen müssen, um den Erwartungen anderer zu entsprechen.“

Sie wissen, dass sie das Alte nicht sind, dass sie es nicht mehr sein können und sein wollen. Das Neue jedoch, das zu ihnen kommen möchte, ist noch nicht erkannt oder es wird beharrlich ignoriert, falls es erkannt ist. Viele Menschen gehen dem Neuen gegenüber in eine Verweigerungshaltung. Sie halten an dem bisher so vertrauten Alten fest, obwohl sie wissen, dass es ihnen nicht mehr gut tut, dass es nicht mehr funktioniert. Sie setzen das Neue, das da zu ihnen kommen möchte, nicht um. Das hält diese Menschen im Zwischenstadium zwischen „Alt“ und „Neu“ im Zustand der Seelenkrise, die sich durch den inneren Widerstand dem Neuen gegenüber zunehmend verstärkt. Die Betreffenden verzweifeln mehr und mehr und die Erfahrung persönlichen Leids nimmt kontinuierlich zu. Sie bleiben in diesem Stadium zwischen Alt und Neu stehen. Dieses Anhalten und nicht Weitergehen ist das eigentliche Dilemma und ursächlich für das Durchleben einer Seelenkrise...

 

Beruflicher Bereich

...

Wenn die grundsätzliche Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens in Frage gestellt wird, wenn Menschen nicht mehr an das glauben und nicht mehr überzeugt sind, von dem, was sie tun und haben, dann geht nach und nach die Orientierung im Leben verloren und die Betroffenen bewegen sich in Richtung Seelenkrise oder sind bereits dort angekommen.

Der Sinn ist das Entscheidende!

Wenn etwas keinen Sinn mehr macht, nicht mehr funktioniert bzw. zu funktionieren scheint, wird es sinnlos. Menschen, die einer Arbeit nachgehen, die gar keinen Sinn mehr macht für die Seele, keinerlei Freude mehr bereitet, dann ist das ein Anzeichen für eine

Seelenkrise.

Diese ist verbunden mit dem Erleben und Erfahren einer ganzen Reihe von Emotionen und Zustände, die sich zunächst nur sporadisch, im Zeitablauf aber immer stärker bemerkbar machen...

 

Ursachen für die Sinnfrage im beruflichen Bereich

 

Die Ursache für eine Seelenkrise ist die Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns, die sich dann stellt, wenn die berufliche Tätigkeit, die ein Mensch ausübt, nicht (mehr) passt und nicht (mehr) stimmig ist. Aber was sind die Ursachen dafür, dass sich die einst selbst erwählte berufliche Tätigkeit nicht mehr stimmig anfühlt, so dass sich für den Betreffenden die Sinnfrage stellt?

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Entstehung einer Seelenkrise im Lebensbereich „Beruf“. Die erste Ursache bezieht sich auf die Beweggründe, aus denen heraus wir uns für einen Beruf entscheiden. Die zweite Ursache lässt sich umschreiben mit: Wenn sich das Leben verändern möchte ... Gemeint ist damit, dass ein Beruf, den wir gewählt und ausgeübt haben, sich Jahre oder Jahrzehnte stimmig anfühlen kann, bis zu einem Moment, an dem er es nicht mehr tut...

 

 

Menschliche Liebesbeziehungen

...

Viele Beziehungen führen nach der glücklichen Anfangsphase bei den Partnern zu Schmerz und Leid und fast immer erlebt einer der beiden oder sogar beide Partner eine große Seelenkrise.

...

Eine Seelenkrise ist an sich nichts Schlimmes, denn sie bringt uns früher oder später in Kontakt mit uns selbst, bringt uns dazu, uns zu erkennen und gibt uns Gelegenheit uns weiterzuentwickeln, uns in der nächst höheren Version von uns selbst neu zu erschaffen. Das gilt auch in Bezug auf Partnerschaften.

Aber woran liegt es, dass wir in Partnerschaften eine oder mehrere Seelenkrisen erleben müssen? Was sind die Ursachen hierfür?

 

Der Keim einer Seelenkrise ist bereits darin enthalten, dass die meisten Beziehungen aus Motivationen heraus eingegangen wurden, die nicht als Fundament für die persönliche Entwicklung, Entfaltung und Wachstum beider Partner und damit für eine dauerhafte Beziehung an sich geeignet sind. Schauen wir uns diese Motivationen einmal näher an...

 

Motivationen, aus denen heraus viele Menschen eine Beziehung eingehen

Die meisten Menschen, mich eingeschlossen, gingen bzw. gehen Beziehungen zum Beispiel aus folgenden Gründen ein:

 

  • um nicht mehr einsam zu sein,

  • um nicht alleine zu sein, wenn zum Beispiel die vorherige Beziehung gerade in die Brüche ging,

  • um eine empfundene Lücke zu füllen,

  • um ihr Ego zu besänftigen,

  • um geliebt zu werden (damit sie dadurch das Gefühl haben sich selbst lieben zu

können, was zugleich auch immer mit einer bestimmten Erwartungshaltung gegenüber dem Partner verbunden ist),

Keine dieser Motivationen kann Grundlage für eine lange, glückliche Partnerschaft sein.

 

Beziehungen, die aus den oben genannten Motivationen heraus eingegangen werden und lediglich einer gegenseitigen Bedürfnisbefriedigung dienen, sind oft gekennzeichnet durch die folgenden Denk- und Verhaltensmuster:

 

Erwartungshaltungen

 

Erwartungen sind Vorstellungen darüber wie der Partner sein und sich verhalten soll. Auf dieses Thema werde ich an späterer Stelle ausführlich zu sprechen kommen.

 

Eifersucht

 

Eifersucht ist ein Gefühl, das aus der Angst heraus geboren wird. Viele Menschen sehen ihren Partner, ihre Partnerin als Besitz an (mein Partner, meine Partnerin). Daraus resultieren Verlustängste. Diese Ängste können zu ganz und gar entstellten Verhaltensweisen führen und sind ursächlich für schlimmste Beziehungsdramen.

 

Überwachung und Kontrolle

 

Überwachungs- und Kontrollhandlungen sind ebenfalls Denk- und Verhaltensmuster, die aus der Angst, aus Verlustängsten entstehen.

 

Von den genannten grundlegenden Denk- und Verhaltensmustern ist den Menschen der Punkt „Erwartung“ und seine Auswirkung auf menschliche Liebesbeziehungen am wenigsten bewusst. Das zeigen meine vielen Gespräche mit Klienten in meiner Praxis.

 

Auswirkung von ‚Erwartungen‘ in menschlichen Liebesbeziehungen

Warum sind Beziehungen oft durch Verhaltensmuster der Eifersucht, der Erwartung und der Kontrolle geprägt?

Das diesen Verhaltensmustern zugrunde liegende Thema ist oft, wie oben bereits angedeutet, das Thema „Selbstliebe“.

 

Selbstliebe

 

Oft suchen Menschen die Liebe zu sich selbst im Außen und sie glauben, dass sie sich nur dann selbst lieben können, wenn sie von jemandem geliebt werden.

In Wahrheit jedoch verhält es sich genau umgekehrt. Liebe ist ein Seinszustand und erst wenn wir im Bewusstsein der Liebe leben und Liebe für uns selbst empfinden, sind wir in der Lage, Liebe zu geben und zu empfangen.

Eigenliebe ist die Voraussetzung für eine glückliche und langfristige Beziehung. Denn wir können uns nicht ablehnen, geringschätzen oder uns selbst verleugnen und einen anderen Menschen lieben. Das ist unmöglich.

 

Wie können wir es erreichen, für uns selbst Liebe zu empfinden?

 

Selbstliebe ist ein Gefühl, das sich einstellt, wenn wir uns selbst bejahen, uns selbst achten und wertschätzen können. Selbstliebe drückt sich auch dadurch aus, dass wir uns zu den eigenen tiefsten Gedanken und tiefsten Gefühlen bekennen.

 

Was bedeutet das im Einzelnen?

Selbstbejahung heißt, uns selbst und unsere Lebensführung zu bejahen, uns als einmalige Persönlichkeit zu erkennen und uns exakt so anzunehmen, wie wir sind. Diese Annahme beinhaltet auch Eigenschaften, die wir vielleicht lieber nicht hätten, oder Angewohnheiten, die uns ärgern.

Wir dürfen keine Perfektion von uns erwarten. Perfektion heißt, dass etwas vollkommen ist. Und Vollkommenheit ist ein Zustand, über den hinaus kein Wachstum mehr möglich ist. Einen solchen Zustand gibt es nicht. Alles ist im Werden in jedem Augenblick des Hier und Jetzt.

Selbstbejahung bedeutet, zu unserem eigenen Sein Ja zu sagen und zu wissen, dass wir selbst und unsere Begabungen und Fähigkeiten individuell und einmalig sind. Unsere Individualität gibt uns das Recht zur Entscheidung, also Ja oder Nein zu sagen. Alles ohne

Widerspruch hinzunehmen, kann bedeuten, dass wir unsere eigene Individualität verneinen.

Selbstbejahung heißt, dass wir das Leben in dem Bewusstsein annehmen, dass wir unsere eigenen Erfahrungen gestalten.

Selbstbejahung bedeutet nicht, dass wir uns zurücklehnen und sagen: „Ich kann nichts tun. Es liegt alles in den Händen des Schicksals, und was immer geschehen soll, geschieht.“

Sie bedeutet Erkennen der Selbstverantwortlichkeit für die Gestaltung des eigenen Lebens.

 

Selbstachtung ist die liebende Erkenntnis der eigenen Unversehrtheit und unseres Eigenwertes. Es ist eine liebevolle Achtung sich selbst gegenüber. Sie schließt die Erkenntnis mit ein, dass wir in einer Welt leben, in der alle anderen Menschen diese unbestreitbare Individualität und diesen Selbstwert ebenfalls besitzen.

Wer keine Selbstachtung hat, wer keinen Wert in sich selbst findet, der sieht ihn auch in anderen Menschen nicht. Denn nur, was wir selbst in uns spüren, was wir in Bezug auf uns selbst empfinden, können wir in Mitmenschen erkennen. Und wenn jemand sich selbst herabsetzt, weil sie oder er sich selbst nicht achten und wertschätzen kann, dann kann das dazu führen, dass sie oder er andere Menschen ebenfalls herabsetzt. Erst die Selbstachtung ermöglicht es, die Integrität anderer Menschen zu erkennen.

 

Zu den eigenen tiefsten Gedanken und tiefsten Gefühlen zu stehen, sie auszusprechen und danach zu handeln, bedeutet, Ehrlichkeit sich selbst und dem Partner gegenüber.

Unehrlichkeit, nicht zu sich selbst und seinen tief empfundenen inneren Wahrheiten zu stehen, bedeutet, den Partner im Unklaren zu lassen.

Unehrlichkeit verhindert, dass die Beteiligten ihr Leben selbstverantwortlich in die Hand nehmen und entsprechend ihrer eigenen inneren Wahrheiten gestalten und ausrichten können.

Das hat mit Liebe und Wertschätzung sich selbst und dem Partner gegenüber nichts zu tun und ist häufig Ursache für Schmerz und Leid in Beziehungen...

 

Wenn Sie die Selbstliebe in sich spüren oder wenn Sie in der inneren Anbindung die Liebe Ihrer Seele fühlen, dann brauchen Sie nichts im Außen zu suchen, denn Sie haben es in sich wiedergefunden. Und dieses Gefühl der Liebe in Ihnen bewirkt, dass Sie aus dem

Herzen heraus eine Ausstrahlung bekommen, durch die Sie mit Menschen und Ereignisse in Resonanz gehen, die dieser Energie entsprechen.

Das bedeutet, dass Sie Ihre Realität nicht mehr aus der Bedürftigkeit bzw. dem Mangel, sondern aus Ihrem erfüllten Herzen heraus erschaffen. Viele Menschen, mit denen Sie in Ihrer Selbstliebe in Resonanz gehen, werden sagen: „Was hat sie oder er für eine wundervolle Ausstrahlung.“

Und sie werden sich zu Ihnen hingezogen fühlen...

 

Und sollten Sie derzeit einen Partner an Ihrer Seite haben, mit dem Sie die obengenannten Muster der Erwartung, Eifersucht und Kontrolle leben, sie aber nicht mehr leben möchten, dann verdamme sie oder ihn nicht...Der Partner erinnert Sie in seinem Sein und Tun, in seiner Rolle, die er als Ihr Partner einnimmt, an Ihr eigenes Denken, Fühlen und Tun. Er ist ein Spiegel Ihrer selbst und trägt damit dazu bei, dass Sie Ihr Thema erkennen können. Dieses Erkennen ermöglicht Ihnen persönliches Wachstum und versetzt Sie in die Lage, sich in Ihrer nächsthöheren Version neu zu erschaffen und zu erfahren.

 

Das Fundament einer glücklichen und lang dauernden Beziehung

 

 

Ego, Rollen-Ich und die Beziehung zu den Eltern

 

Das Ego – Aufgaben und Funktionen

 

Das Ego ist ein hochspezialisierter Aspekt unseres selbst, der nach außen gerichtet ist. Es ist der Teil, der sich am unmittelbarsten mit der Außenwelt, mit dem Leben in der physischen Welt, auseinandersetzt, das durch unser tieferes Selbst, das wir sind, gelebt wird.

Ego und Bewusstsein sind nicht dasselbe.

 

Das Ego setzt sich aus verschiedenen Persönlichkeitskomponenten zusammen. Es ist eine Kombination sich ständig wandelnder Eigenschaften, die gesamthaft agieren. Man kann das Ego auch als eine Art psychologische Struktur definieren, die aus Eigenschaften zusammengesetzt ist, die zu der Persönlichkeit als Ganzes gehören und eine Art Oberflächenidentität bilden. Keine oberflächliche Identität, sondern eine Oberflächenidentität, die sich mit der physischen Welt beschäftigt und in ihr agiert...

Das Ego ist eine Erscheinungsform, die aus etwas emporsteigt, das viel tiefer und weiter ist als es selbst. Und doch ist es ein Teil davon...

 

Das Bewusstsein, dessen sich ein Mensch bewusst ist und das ich als Wachbewusstsein bezeichne, ist der Teil der Seele, der das Außen beobachtet. Wenn Sie zum Beispiel in gedankenleerer Stille Dinge um sich herum betrachten und beobachten, dann sind Sie ganz in Ihrem Bewusstsein konzentriert. Um beobachten zu können, benötigt das Bewusstsein das Ego nicht...

 

Das Ego hat im Wesentlichen zwei Funktionen.

 

Es lässt uns als getrennt vom anderen wahrnehmen. Hier gibt es das ‚Ich‘, das, was ich bin, und dort gibt es das ‚Sie‘, das, was Sie sind. Ich bin hier und Sie sind dort. Und ich bin anders als Sie. Ohne das Ego könnten Sie und ich uns nicht als jeweils unterschiedliches Individuum erkennen und erleben.

Die hochspezialisierte und auf das Außen konzentrierte Oberflächenidentität – genannt Ego – ermöglicht die Erfahrung von ich und du.

 

Viele werden sich jetzt vielleicht fragen, was das für einen Sinn hat. Warum erleben wir uns als unterschiedliche Individuen, wo wir doch auf tieferer Ebene alle miteinander verbunden und eins sind?

 

Die zweite wesentliche Funktion des Egos ist die des Rollen-Ich.

Jeder Mensch nimmt in seinem Leben die unterschiedlichsten Rollen ein und lebt diese Rollen gewöhnlich eine gewisse Zeit. Zu den verschiedenen Rollen, die ein Mensch in seinem Leben spielt, gehören zum Beispiel die Rolle der Ehefrau, des Ehemanns oder der Mutter, des Vaters, der Schwester, des Bruders, der Arbeitskollegin oder des Arbeitskollegen, der oder des Vorgesetzten, der Nachbarin oder des Nachbarn, die Rolle der Freundin oder des Freundes usw.

Das Ego, das sich aus verschiedenen Persönlichkeitskomponenten und Eigenschaften zusammensetzt, ist es, das Menschen ihre Rollen in einer ganz bestimmten Art und Weise leben lässt. Das Wie beinhaltet einen Wachstumsimpuls und bietet die Möglichkeit für persönliches Wachstum aller Beteiligten, aller Menschen, deren Leben sich in Ausübung ihrer jeweiligen Rollen berühren...

 

Bedeutung des ‚Rollen-Ich‘ der Eltern

 
Im Folgenden möchte ich die Bedeutung des Rollen-ich anhand der Eltern-Kind-Beziehung näher erläutern, weil viele Menschen, Probleme in ihrer Beziehung zu einem oder beiden Elternteilen beklagen.

 

In meiner Praxis kommt es immer wieder vor, dass Menschen sich über ein ihrer Auffassung nach ‚schlimmes‘ Elternhaus beklagen und der Mutter, dem Vater oder beiden die Verantwortung oder die Schuld für ihre gegenwärtigen Probleme oder derzeitige Situation geben.

Eine Frau sagte einmal wörtlich zu mir: „An meinem verpfuschten Leben ist alleine meine Mutter schuld. Darum schaue ich sie nicht mehr an.“

Seit fast fünfzehn Jahren hatte sie ihre Mutter nicht mehr gesehen.

Aus Sicht der oder des Betreffenden haben solche oder ähnliche Aussagen ihre Bedeutung, denn sie entsprechen ihrer oder seiner subjektiven Wahrheit. Aber warum überhaupt kann der Eindruck entstehen, dass ein Elternteil oder die Eltern gemeinsam ‚Schuld‘ an dem haben, wenn etwas im eigenen Leben nicht so funktioniert? Was genau hat das mit den Eltern einerseits und der Person andererseits zu tun? Worin besteht die Verbindung? Was für ein tieferer Sinn steckt in einer solchen Konstellation?...

 

Die einzelnen miteinander verwobenen Seelenpläne sehen auch vor, welche der beteiligten Seelen die Rolle der Eltern in welcher Weise übernehmen. Wir wählen uns die Eltern nach der Rolle aus, die sie spielen. Das tun wir aus guten Grund, denn die Eltern helfen uns dabei, diejenige Persönlichkeit in uns entstehen zu lassen, durch die wir uns in die Lage versetzen, uns mit denjenigen Themen zu beschäftigen, die unserem evolutionären Weg dienlich sind. Zu den möglichen Themen gehören zum Beispiel Selbstliebe, Selbstachtung, eigene Wertschätzung, Eigenverantwortung usw... Die Rolle, die ein Elternteil oder beide Elternteile einnehmen, bringt uns mit unseren Lebensthemen in Kontakt. Die Art und Weise, wie Eltern ihre Rolle zum Ausdruck bringen, bietet in Wahrheit Hilfe und Unterstützung im Hinblick auf das, was jemand sich für sein Leben vorgenommen hat. Es ist ein Akt der Liebe, auch wenn es im Moment des Erlebens manchmal alles andere als Liebe zu sein scheint...

 

 

Kapitel 8

Prozess der Realitätsgestaltung

 

Die Bedeutung der Anteile menschlicher Existenz

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Für alle Bestandteile unseres Daseins existiert eine natürliche Aufgaben- und Rollenverteilung. Im Rahmen dieser natürlichen Ordnung nimmt jeder Aspekt seinen ihm zugedachten Platz ein und strebt nach Erfüllung und seinem ureigenen Ausdruck.

 

Es geht in unserem Leben nicht darum, irgendeinen Teil zu unterdrücken, zu leugnen, seine Existenzberechtigung in Zweifel zu ziehen oder zu versuchen, ihn loszuwerden. Das ist unmöglich...

 

Es geht um Ausgewogenheit. Es geht darum, dass wir die natürliche Rolle und die Bedeutung jedes einzelnen Aspekts für unser Dasein anerkennen. Es geht um die Akzeptanz dessen, dass jeder Bestandteil seinen natürlichen Platz hat und diesen auch einnehmen und ausfüllen darf. Wir brauchen Körper, Geist und Seele und wir benötigen unseren Verstand und unser Ego, um uns gleichermaßen mit der Innen- und Außenwelt zu verbinden und auseinanderzusetzen...

 

Im Erkennen der Bedeutung der Aspekte menschlicher Existenz und im ausgewogenen harmonischen Miteinander aller Teile liegt der Schlüssel für ein glückliches und erfülltes Leben.

 

Der Prozess der persönlichen Realitätsgestaltung

Der Geist ist der Bauherr der Realität. Seine Instrumente sind der Verstand, das Gedächtnis und die Bewusstseinsinhalte. Gedächtnis und Bewusstseinsinhalte sind im Grunde genommen identisch. Ich treffe eine Unterscheidung deshalb, weil das Gedächtnis

Informationen beinhaltet, derer wir uns in jedem Augenblick gewahr werden können, während Bewusstseinsinhalte zwar auch im Gedächtnis gespeicherte Informationen darstellen, die uns aber nicht alle unmittelbar bewusst sind.

Glaubensüberzeugungen beispielsweise, aus denen die Gedanken und Emotionen hervorgehen, sind Bestandteil unserer Bewusstseinsinhalte und uns damit grundsätzlich zugänglich. Das Problem besteht darin, dass wir uns in einem bestimmten Augenblick nicht an alle Inhalte erinnern können oder wollen, so dass wir glauben, diese gar nicht zu kennen oder zu haben. Aber sie sind existent und haben für das Leben, das wir führen und gestalten, eine große Bedeutung.

 

Bei den uns nicht bekannten Bewusstseinsinhalten handelt es sich aber nicht um das Unterbewusstsein, sondern lediglich um in unserem Gedächtnis gespeicherte Informationen, ob sie uns gegenwärtig sind oder nicht. Den nicht gegenwärtigen Informationen können wir aber jederzeit wieder gewahr werden, wenn wir uns dazu entscheiden, sie aufzuspüren.

 

Neben den Glaubensüberzeugungen werden Bewusstseinsinhalte zum einen aus unseren Erlebnissen in der Außenwelt, die vom Bewusstsein in innere Erfahrungen übersetzt und gespeichert werden, gespeist. Zum anderen sind in ihm Informationen enthalten, die aus dem tiefen Inneren stammen, wenn wir uns in die innere Anbindung begeben. Darüber hinaus gehören auch Wünsche, Absichten, Vorstellungen, Fantasien und Ideen zu unseren Bewusstseinsinhalten.

 

Der Geist kennt alle Bewusstseinsinhalte und entwirft daraus den Plan für das Gebäude, das erstellt werden soll...

 

Das Bewusstsein selbst handelt nicht. Es ist einfach. Es beobachtet nur und ist Träger aller Informationen, derer wir uns erinnern oder auch nicht erinnern und auf deren Grundlage der Geist seinen Plan entwirft...

 

Die Herausforderung besteht zum einen darin, uns unserer vorhandenen, aber unerkannten Bewusstseinsinhalte zu erinnern. Dies ermöglicht es, uns selbst und die Geschehnisse unseres Lebens besser zu verstehen.

Wenn uns das, was wir erleben, missfällt, sind wir aufgefordert, uns nicht nur unsere Bewusstseinsinhalte zu vergegenwärtigen, sondern sie zu untersuchen und zu verändern. Zum anderen besteht die Herausforderung darin, unsere Bewusstseinsinhalte dadurch zu erweitern, dass wir uns den Informationen aus dem tiefen Inneren öffnen, die von höchstem Wissen, größter Weisheit und Intelligenz getragen sind.

Wenn wir uns beider Herausforderungen annehmen, verfügt der Geist nicht nur über eine quantitativ vergrößerte, sondern insbesondere über eine qualitativ exzellente Planungsgrundlage für die Erschaffung unserer persönlichen Realität.

 

Durch beide Aktionen sind wir in der Lage unserem Leben die erwünschte Richtung zu geben.

 

 

Kapitel 9

Sich selbst erkennen – Übungen und Erläuterungen

 

In diesem Kapitel finden Sie ausgewählte und hochwirksame Übungen, mit denen Sie sich selbst auf ganz neue und unterschiedliche Weise entdecken und erfahren werden. Es sind Übungen, die geeignet sind, Ihre persönliche Realität zu verändern. Voraussetzung ist, dass Sie sich der Übung vollständig öffnen und hingeben...

 

Veränderung persönlicher Glaubensüberzeugungen

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Die Frage ist, wie Sie Ihre Glaubensüberzeugungen aufspüren und sich bewusst machen können. Denn oft werden sie Ihnen gar nicht bewusst sein, zumal dann, wenn Sie sie als die Realität selbst betrachten.

Es gibt drei grundsätzliche Möglichkeiten, sich seiner persönlichen Glaubens- überzeugungen bewusst zu werden:

 

Persönliche Glaubensüberzeugungen über Emotionen aufspüren

 

Glaubensüberzeugungen über den Intellekt finden

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Veränderung von Glaubensüberzeugungen durch die innere Anbindung

 

Bei allen drei genannten Möglichkeiten geht es letztlich darum, alle Glaubensüberzeugungen zu verwerfen, die grundlegende Einschränkungen für Sie und Ihr Leben in sich bergen.

 

Einschränkende Glaubensüberzeugungen sind zum Beispiel:

  • Das Leben ist ein Jammertal und wir sind da, um zu leiden.

  • Der Körper ist minderwertig, unrein und seine Begierden sündhaft.

  • Ich bin meinen Lebensumständen, die sich meiner Kontrolle entziehen, hilflos ausgeliefert.

  • Ich kann nie das tun, was ich am liebsten tun möchte.

  • Ich bin nicht kreativ. Ich habe keine Fantasie.

  • Ich bin nur ein einfacher armer Mensch und kann nichts geben oder verändern.

  • Ich bin meiner Vergangenheit hilflos ausgeliefert, weil meine Persönlichkeit und mein Charakter im Kindesalter geprägt wurden und meine Eltern nicht liebevoll zu mir waren.

  • Die Menschen sind schlecht und wollen mir nur schaden.

 

Sollten Sie sich in irgendeinem von ihnen wieder erkennen, so ist das ein Bereich, an dem Sie persönlich arbeiten sollten, wenn Sie sich ein Leben in Freude, Frieden und Zufriedenheit erschaffen möchten.

 

Es benötigt Zeit bis neue Glaubensüberzeugungen im Leben zur Geltung kommen und sich positive Resultate im Außen zeigen. Doch die neuen Glaubensvorstellungen und innere Wahrheiten werden die persönliche Realität und damit die Erfahrungswelt ebenso sicher gestalten wie vormals die alten.

 

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