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  • Thomas Schiffer

Die fünf Ebenen der Wahrheit (in menschlichen Liebesbeziehungen)

Aktualisiert: Aug 20

3. Teil der Beitrags-Trilogie über menschliche Liebesbeziehungen


Sag die Wahrheit! Dies ist eines der wichtigsten Instrumente zur Bewältigung und Vorbeugung von Lebenskrisen. Und sie gilt für alle Lebensbereiche.


Es ist notwendig, sich selbst gegenüber ganz ehrlich zu sein, sich seiner Wahrheit zu öffnen und bewusst zu werden, sie auszusprechen und zu leben. Sonst machen wir uns und anderen im Leben etwas vor. Das bedeutet, wir sprechen Worte und führen Handlungen aus, die nicht dem entsprechen, was wir wirklich denken und tief in uns fühlen, sondern denen Motivationen und Absichten zugrundeliegen, die dem Verstand entspringen. Wir fragen uns: Wie müssen wir uns verhalten, was müssen wir sagen und tun, um das zu bekommen, was wir glauben zu brauchen oder etwas, was wir haben, nicht zu verlieren? Diese Denkhaltung hat etwas mit Bedürftigkeit, Abhängigkeit und eigenen (Verlust-)Ängsten zu tun.


Wahrheit ist nicht das, was wir uns aufgrund verstandesmäßiger Überlegungen und Äbwägungen zurechtlegen, ist auch nicht das, was emotionalen, reaktiven Mustern entspringt, zum Beispiel Worte, die man aus Wut oder einem Ärger heraus von sich gibt. Wahrheit ist das, was wir tief in unserem Herzen empfinden. Von dieser Wahrheit ist hier die Rede.


Wenn wir ein Leben führen, das nicht der tiefsten inneren Wahrheit entspricht, werden sich früher oder später Gefühle der Nicht-Stimmigkeit bemerkbar machen. Diese Gefühle verstärken sich im Laufe der Zeit und führen uns in eine Lebenskrise.

Wenn wir unser Dasein in Unwahrheit verbringen, dann erfahren wir uns in dem, wer wir nicht sind. Das ist nicht falsch. Wir gehen im Leben dann eben nur den ein oder anderen Umweg, der in der Regel mit Schmerz und Leid verbunden ist. Eine Lebenskrise führt letztlich dazu, dass wir uns wiedererkennen und zu uns selbst finden. Das führt uns auf den Weg zurück, das zum Ausdruck zu bringen, wer und was wir sind. Im Erkennen dessen, was wir nicht sind, ist zugleich der Weg hin zum Erleben dessen, was wir sind, enthalten. Dies gehört zum evolutionären Prozess des Lebens und damit auch unserer selbst dazu.